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February 20 2012

eCampaining – die PPT-Folien

Am Camp hat der Vortrag “Vortrag Einführung in eCampaigning” einiges Interesse gefunden, Infos samt links gibt es hier beim Ankündigungstext im Blog.

Und jetzt nachgereicht die PPT zum Durchklicken:

January 23 2012

Feminismus 2.0

Andrea hatte eine offene Diskussionsrunde “Feminismus 2.0″ auf den Sessionsplan des ersten Camptages gesetzt. Darum sollte es gehen:

  • feministische Blogs: welche gibt es und wie vielfältig gestalten sich die Positionen und Positionierungen
  • gender-playing: das Spiel mit Geschlechteridentitäten auf social-media Plattformen
  • Sexismus und Sexismen im Web: Stichwort “Standard”-Foren – “Was ist der Edding im Netz?!” – und die aktuellen Debatten rund um die Piraten-Partei
Andrea machte auch die Moderation und warf ein piratpad zur kollaborativen Mitschrift an, weiterhin zugänglich und abzufragen hier

Nach der Vorstellungsrunde ging es mitten in die Diskussion, hier eine Mitschrift von Eva:

«Was ist der Edding im Netz?» – Sexismen streichen

Zur Debatte steht: sind Reaktionen auf Sexismen im Web sinnvoll oder eher Zeit- und Energieverschwendung? Können diese kursierenden Sexismen einfach stehen gelassen werden oder geht es darum, diese jedes Mal (und es gibt so so viele Male) zu markieren und darauf zu reagieren? Und wenn Reaktionen darauf und Aktionen dagegen: in welcher Form? Und was, denn Zeit- und Energiemangel sich breit machen?

Fallbericht: auf Eigen-Initiative hat eine Teilnehmerin begonnen, einen Baukasten für entsprechende Reaktionen auf sexistische Kommentare zu erarbeiten – Standard-Antworten, mit denen sehr schnell und einfach, da copy-and-paste, auf typische Sexismen re/agiert werden kann – in etwa: «Diese Meldung hat nichts besseres als Antwort Nr. 323 verdient: [entsprechende Antwort aus dem Baukasten]».
Als Beispiel, wie das in etwa aussehen könnte, siehe hatr.org (auch im Buch im Manual hier gewürdigt).

Die Baukasten-Idee findet Anklang: wie ließe sich das konkretisieren?
Vorschlag: fb-Gruppe bilden und über sozialebewegungen.org ankündigen; mögliche Vorgehensweisen: zunächst brauchbare Antworten und Reaktionen sammeln; und weiter: Typologien der Sexismen erstellen und entsprechende Antworten generieren, finden, erfinden.

Baukasten-Antworten als eine Art Aufkleber und Spraydose fürs Web: «Was ist der Edding, die Spray-Dose, der Rassimus-Streichen-Aufkleber im Netz?»
Im öffentlichen Raum werden auch (manchmal) sexistische Plakate angesprüht und mit Anmerkungen, Sprüchen versehen: das wär doch im Web auch gefragt.

Kann sich im Hinblick auf Feminismus Neues im Web 2.0 entwickeln?

Beispiele für feministische Blogs: mädchenmannschaft, das Blog von Antje Schrupp – beide Deutschland; für Österreich die Denkwerkstatt.

Die Frage nach der sehr hohen Drop-Out-Quote von fem* Blog-Projekten taucht auf: handelt es sich dabei um ein generelles Blog-Phänomen, oder geben fem* Blogger_innen häufiger auf, aufgrund der zahlreichen und teilweise sehr sehr heftigen Gegenreaktionen?

Überleitung, Übergang zu Sexismus freien Zonen: die eigenen Twitter-Timelines, die frei sind von Sexismen – mensch hat die Wahl, wer in der Timeline ist. Twitter ist besser zu filtern als Facebook.
Selbstgebaute Sexismus freie Zonen: selektive Wahrnehmung der Welt? Eine Art und Weise, sich eine eigene kleine Welt zu bauen? Andererseits: ist das überhaupt möglich und/oder zulässig?

gender-playing / playing gender – Theorie und Praxis

Die herkömmlichen asl [age-sex-location]-Aspekte sind auch in sehr vielen Web-Formularen und -Registrierungen gefragt und unausweichlich (binäre w/m Eingaben, Fehlermeldungen, sobald das Eingabe-Feld “Geschlecht” nicht oder nicht ‘richtig’ ausgefüllt wird)

Möglichkeiten, mit Identitäten im Netz zu spielen: nicht eindeutig zuzuordnende Namen/Account-Namen, sich bewusst als mann* oder frau* markieren im Netz, Doppel-Namen frauenname–männername;

Frage: wie weit klaffen Theorie und Praxis auseinander?
Verschiedene Standpunkte: fem* Theorien würden kaum Eingang finden ins Alltagsleben, würden kaum eine Rolle spielen in der Praxis
Gegenstandpunkt: die Kluft zwischen Theorie/Praxis ist nicht so einfach aufrechtzuerhalten – sich bewusst als frau* oder mann* zu markieren (auf Twitter, Facebook etc.) ermöglicht auch, die eigene eingefleischte Praxis zu reflektieren (was heißt das für mich, als *mann, als *frau zu schreiben, mich als solche_r zu positionieren und nicht zu positionieren?)

«Wir hätten eh gerne Frauen dabei» …

Das “… die-wollen-aber-nicht”-Argument gilt insofern nicht, als es den herRkömmlichen Status-Quo einfach reproduziert: bewusster Einsatz zum Abbau herRkömmlicher Schwellen-Ängste, die sich nicht ‘von selbst’ lösen werden;
Fallbeispiele: Software-Entwicklung (extrem geringer Frauen*-Anteil), Social-Media-Manager_innen – für die meisten erstaunlich: Social Media-Managerinnen überwiegen.

Piraten-Partei: Unklare Positionierung der Piraten im Hinblick auf gender-Fragen, frag- und diskussionswürdige laisser-faire-Haltung.

October 18 2011

“Digitale Bürgerrechte”, es geht um Daten- und Menschenschutz

foebudDer FoeBuD schreibt: «Datenschutz ist Bürger- und Menschenrechtsarbeit und nur am Rande ein Computer-Thema

Wir wollen nachzeichnen warum das so ist – immerhin ist der direkte Zusammenhang zwischen dem technischen Vorgang des Speicherns von Daten in Datenbanken, das oft von den Bürger_innen unbemerkt passiert, und staatlicher Repression oder Gängelung durch den Arbeitgeber selten offensichtlich.

Termin: Mi, 19. Oktober ab 16:30

Es diskutieren Andreas Krisch (Datenschutzexperte), Gerda Heilegger (Arbeiterkammer), Sigrid Maurer (ehemal. ÖH-Vorsitzende und auf der Extremismusliste), Michael Bauer (vibe.atAK Vorrat). Moderation: Erich Möchel (Journalist, Netzpolitik)

Vorratsdatenspeicherung – das ist nicht nur ein spezifischer Akt der Gesetzgebung, sondern auch eine potentiell gefährliche Tendenz der Informationsgesellschaft: wo immer Daten erhoben und dauerhaft gespeichert werden, verschaffen sie einen Informationsvorsprung, der fast immer exklusiv bestimmten Institutionen oder Konzernen vorbehalten bleibt. So entsteht ein Machtgefälle zwischen denjenigen, die Daten sammeln, und jenen, deren Daten gesammelt werden. Was bedeutet dieses Machtgefälle im Alltag, wie zeigt es sich? Und wie können wir damit umgehen?

Im Anschluss, ab 18:00, findet im Nebenraum ein Workshop nach dem Prinzip World Café zum Thema «Gläserne Bürger_innen, Konsument_innen und Arbeitnehmer_innen» statt.
➊ Geordnet nach diesen drei Teilbereichen der Gesellschaft werden in überschaubaren Runden die Fragen diskutiert: Warum werden Daten gesammelt und inwiefern sind wir dem Staat/Unternehmen/Arbeitgeber dadurch ausgeliefert?
➋ Was sind in den einzelnen Bereichen die aktuell dringlichsten Fragen und die Für- & Wider-Positionen?
➌ Was können wir individuell und gesellschaftlich tun?

Ausstellung: “Gnadenlos realistisch”

„Betriebsrat-Cartoon“, ein Kampagnen-Instrument

BR-Cartoons zeigen Missstände auf, informieren oder nehmen zu arbeitsrelevanten Problemen pointiert Stellung. Die Wahrnehmung der MitarbeiterInnen wird geschärft. Die Cartoon-Entwürfe der BR-Redaktion der MedUni Wien wurden vom Karikaturisten Helmut Kilian „gnadenlos realistisch“ umgesetzt. Auch Kampagnen-Erfolge sind dargestellt.

Ein spezielles Cartoon-Tagging in der Blog-Linkliste sammelt diese Karikaturen. Sie begleiten, eingebettet in die aktuellen BR-Zeitungsausgaben, die innerbetrieblichen BR-Kampagnen – Auflage ca. 3500 adressierte Stück pro Zeitungsausgabe.

In der Begleitausstellung des #sbsmCamp finden Sie die komplette Sammlung der Karikaturen, Beispiele für „The Making Of…“, die gedruckten Resultate und Zeichnungen von dem Betriebsrat Nahestehenden.

Wessen Gemeingüter? Unsere Gemeingüter!

SozialmilliardeEs sind jetzt bald zwei Jahre, als der Ruf «Wessen Bildung? Unsere Bildung!» für zwei Monate besonders laut, vielstimmig und eindringlich im ganzen deutschsprachigen Raum gehört wurde. Vor einem Jahr haben tausende eine «Sozial- und eine Bildungsmilliarde» für das Sozial- und für das Bildungssystem gefordert. In der Steiermark hat sich eine starke Plattform «Solidarisch G’sund» für ein öffentliches Gesundheitswesen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich gebildet. Und in diesen Tagen protestieren nun wieder tausende unter dem Motto «Zeit für Menschlichkeit» gegen Einsparungen im Gesundheitssystem.

Mi, 19. Oktober 12.00 – 13.15

Es diskutieren Selma Schacht (work@social), Brigitte Kratzwald (Expertin für Gemeingüter), Karl Heimberger (BR MedUni & #sbsm Mitautor), Christine Rudolf (Sozialmilliarde Kampagne) und Edgar Martin (Kampagnenleiter «Zeit für Menschlichkeit»). Moderation: Soheyl Liwani

Die Proteste gegen Einschnitte im Bildungs-, im Gesundheits- und Sozialbereich drohen seit Jahren 2-Klassen-Systeme zu schaffen, die Arbeitsbedingungen werden immer dramatischer, die Leistungsfähigkeit der Systeme in Frage gestellt. Die Proteste gegen die Kürzungen in all diesen Sektoren nehmen kein Ende. Ob gezielte Kampagne oder selbstorganisierte Proteste, das Moment der Selbstorganisation und Partizipation ist in diesen Sektoren groß. Kein Wunder, erstens gibt es viele in diesen Sektoren Arbeitende und zweitens sind wir alle von Einschnitten im Bildungs-, im Gesundheits- und Sozialsystem betroffen.

Ein Bericht vom Kampagnenstart «Zeit für Menschlichkeit»:

October 17 2011

“Postjournalismus?” – Produktionsbedingungen im Mediensystem

Wie haben sich die Arbeitsbedingungen in den Journalist_innenberufen verändert? Welche Abhängigkeiten ergeben sich daraus? Wie können Journalist_innen dem Trend zum Infotainment entgegenhalten? Wie lässt sich die Grenze zwischen PR und Journalismus aufrecht erhalten?

Dazu diskutieren Sonja Bettel (Ö1), Sonja Fercher (freie Journalistin), Yilmaz Gülüm (Journalist und Blogger, dastandard.at, nonapartofthegame.eu), Michel Reimon (Politiker – Die Grünen) und Wolfgang Weber (Videoblogger, wientv.org) über die veränderten Produktionsbedingungen im Mediensystem. Moderation Michael Schmid (FM4/Ö1).

Mittwoch, 19.10.2011, 15:00 bis 16.30 Uhr

Seit sich das Internet für den Großteil der Menschen der westlichen Industriestaaten als Informationsquelle Nummer eins etabliert hat, zeigen sich die traditionellen Medien irritiert. Nicht nur die ökonomische Legitimation von Print, TV und Radio ist ins Wanken geraten, auch Meinungsproduktion findet vermehrt über Blogs und Social Media statt.

Die Reaktion der traditionellen Medienhäuser auf die – gar nicht mehr so neue – Bedrohung aus dem Netz ist unterschiedlich. Die einen setzen weiterhin auf Qualität, kritische Berichterstattung und aufwändige Recherche. Sie bewerten das Internet als Chance und beginnen langsam die interaktive Qualität des Internets zu nutzen.

Der weitaus größere Teil der traditionellen Medienkonzerne scheint nur eine Antwort auf den verstärkten ökonomischen Druck zu kennen: eine Vergrößerung der Auflagen und Reichweiten. Gleichzeitig beeinflusst der Umbruch in der Medienlandschaft auch den Journalist_innenberuf.

Von den geschätzten 6.300 Stellen für Journalist_innen in Österreich werden jährlich nur etwa 100 bis 120 durch natürlichen Abgang frei. Demgegenüber drängen immer mehr Absolvent_innen von journalistischen Ausbildungen in die Redaktionen: Rund siebenmal so viele Leute streben einen journalistischen Beruf an (Quelle: DerStandard). Durch die “Generation Praktika” kommt es in Medienberufen längerfristig zu einem Lohndumping unter dem wiederum die Qualität der Berichterstattung leidet.

Vor allem so genannte “freie Mitarbeiter_innen” sind verstärkt unter Druck. Sie arbeiten unter denselben Verpflichtungen wie klassische journalistische Arbeitnehmer_innen, sind allerdings rechtlich und finanziell schlechter gestellt.

Innerhalb konservativer Diskurse wird “das Internet” gerne zum Sündenbock für diese Entwicklung erklärt. Doch läuft dieser Prozess schon seit den 1980er Jahren. Durch ständige Medienkonzentration (WAZ, Mediaprint) und die zunehmend kommerzielle Ausrichtung von Funk und TV wurde die Arbeitgebermacht in den großen Konzernen konzentriert.

Postjournalismus
Kritiker_innen dieser Entwicklung fürchten, dass der Journalismus auf Dauer nicht mehr in der Lage wäre, seine Kernaufgabe als demokratiepolitisches Korrektiv (als vierte Säule der Demokratie) ausreichend wahrzunehmen. Der Ex-Journalist und Politiker Michael Reimon verwendet dafür den Begriff “Postjournalismus”. Angelehnt an den Begriff “Postdemokratie” des britischen Soziologen Colin Crouch (2008) beobachtet er eine verstärkte Boulevardisierung der Redaktionen, Infotainment als journalistische Normalform, eine steigende Macht von Anzeigenabteilungen und Geschäftsführungen gegenüber den Redakteur_innen, eine zunehmende Grenzverwischung zwischen PR und Journalismus und die Konzentration der klassischen Massenmedien in wenigen Konzernen.

October 13 2011

Diskussion zum Reader «Wissensarbeit: prekär: organisiert»

Die Broschüre «Wissensarbeit: Prekär: Organisiert» (pdf, 2,6MB) wird zum 15-jahrigen Jubiläum der Interessensgemeinschaft LektorInnen und WissensarbeiterInnen von der Interessensgemeinschaft, dem Linken Hochschulnetz, dem PrekärCafé und denn Squatting Teacher herausgegeben.

Dazu gibt es die Präsentation des Readers und Diskussion der Inhalte mit Aktivist_innen der IG Externe, vom Linken Hochschulnetzwerk, dem PrekärCafé, den Squatting Teachers, der GPA-djp.

Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 18:00

Wissen wird gemeinhin als Produktionsfaktor Nummer 1 der Gegenwart und Zukunft hochgelobt; Die damit verbundene Arbeit immer stärker ausgebeutet. Bisher oft als “Geschützter Bereich” im öffentlichen Bewusstsein verankert, greifen heute prekäre Arbeitsverhältnisse in der Wissensarbeit immer mehr um sich. Der Reader wählt diese Entwicklung als Ausgangspunkt. Der Titel hat mehrere Lesearten:  Wissensarbeit wird zunehmend so organisiert, dass WissensarbeiterInnen durch flexibilisierte Anstellungsverhältnisse, schwammige Kollektivverträge, Studiengebühren, un(ter)bezahlte Arbeit etc. immer prekärer arbeiten. 

Eine andere Leseart: Es formiert sich Widerstand gegen diese Prekarisierung. Die (Selbst-)Organisierungen ist allerdings selbst prekär: In universitären Abhängigkeitsstrukturen und gegenseitiger  Konkurrenz um knappe Mittel und Stellen und  ist solidarisches Verhalten nicht unbedingt angelegt. Organisationen wie die IG LektorInnen sind auch insofern prekär, dass sie zwar gewerkschaftliche Funktionen übernehmen, von den österreichischen Gewerkschaften jedoch de facto keine Unterstützung erfahren. Organisierung passiert im Feld der Wissensarbeit derzeit meist zwischen gewerkschaftlichem Totalversagen und selbstorgansierter Frustration. Ereignisse wie die Mobilisierungen während der Studierendenproteste 2009 verweisen aber auf Möglichkeiten dieser Falle zu entkommen.

Nach einer kurzen Vorstellung der Broschüre werden Widersprüche und Möglichkeiten der Organisierung von WissensarbeiterInnen in Interessensgruppen, sozialen Bewegungen und Gewerkschaften diskutiert.

Anknüpfend an das Leitmotiv des «Soziale Bewegungen uns Social Media» – Camps wird auch der Einsatz von Social Media in der Organisierung von Wissensarbeitern Thema sein.

Ein Hinweis übrigens & eine Einladung:
am Fr, 21. Oktober 2011, 19:00 
/ Akademie der bildenden Künste, Sitzungssaal, Schillerplatz, 1010 Wien, das Fest zu 15 Jahren IG LektorInnen und Wissensarbeiter_innen!

… und hier der 60 Seiten starke Reader eingebettet:

wissensarbeit: prekär: organisiert:

October 12 2011

Workshop: Das Web 2.0 auf die Straße bringen? Geht das?

Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 18.00 bis 19.30 Uhr

Durch Onlineinstrumente wie Facebook, Twitter und Co ist es einfach geworden, seinen Unmut einer mehr oder weniger großen Öffentlichkeit mitzuteilen. Es ist auch einfach geworden, möglichst viele Menschen über eine Kampagne, Aktion oder Demo im öffentlichen Raum zu informieren. Und es ist einfach geworden, möglichst viele “Likes” und Fans zu bekommen. Es ist aber nicht unbedingt einfacher geworden, diese Fans auch auf die Straße zu Aktionen, Demos und ähnlichen zu bringen.

Am Beispiel der Kampagne „Operation Praxistest – Wir kämpfen für deine Kohle“ und am Beispiel der Onlineaktion „Gerecht geht anders“ beschäftigt sich dieser Workshop der GPA-djp Jugend mit den Fragen, ob es wirklich ausreichend ist, online zu Protestieren und dabei Fans und “Likes” zu sammeln und wie dieser virtuelle Protest auch auf die Straße verlagert werden kann.

Workshopleitung:

Florian Hohenauer (Bundesjugendvorsitzender der GPA-djp)

October 11 2011

Workshop: Regionale ArbeiterInnenbewegung

Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 10.30 Uhr

I Film: “Giù le mani”

Betriebliche Konflikte bleiben oft für einen großen Teil der Bevölkerung unsichtbar, weil sie sich hinter den Mauern der Arbeitsstätte abspielen. In den letzten Jahren gab es allerdings einige Beispiele von betrieblichen Konflikten, die nicht mehr versteckt ausgehandelt wurden sondern in die Öffentlichkeit getragen wurden. Dabei stellte sich heraus, das die Solidarität mit den Belegschaften im Rest der Bevölkerung einer Stadt oder einer ganzen Region, oft größer ist als gedacht. Diese Konflikte zeigen dass mit geschickten Kommunikationsstrategien eine, über den Betrieb hinausreichende Öffentlichkeit erzeugt werden kann, welche Machtverhältnisse grundsätzlich zugunsten von Belegschaften verschieben kann.

Als ein Beispiel solcher in der Öffentlichkeit stark wahrnehmbaren „regionalen ArbeiterInnenbewegungen“ möchten wir gemeinsam den Film „Giù le mani“ ansehen. Er dokumentiert den Kampf von ArbeiterInnen einer Lokomotivwerkstätte der SBB, welcher bald zu einer Auseinandersetzung um die Menschenwürde in einer globalisierten Arbeitswelt wurde und eine ganze Region im Kampf gegen die Schließung der Lokomotivwerkstätte vereinte.

II Beispiele regionaler ArbeitetrInnenbewegungen

Neben der Lokomotivwerkstätte in der Schweiz gibt es noch weitere wichtige Beispiele für die Sichtbarmachung und Verankerung von betrieblichen Kämpfen in einer kritischen Öffentlichkeit. Im Workshop wollen wir kurz zwei Beispiele erläutern, nämlich den Fall der „Heidelberger Druckmaschinen“ in Kiel, und den Fall INNSE in Mailand. In beiden Fällen konnte durch geschickte Kommunikations- und Campagnenstrategien sehr viel öffentlicher Druck aufgebaut werden. In beiden Fällen konnten so die Machtverhältnisse zwischen Belegschaft und Arbeitgeber maßgeblich verschoben werden. Wir wollen gemeinsam ausloten inwiefern solche Beispiele auch für Österreich beispielhaft sein könnten.

Workshopleitung:

Mag. Mario Becksteiner (Politikwissenschafter)
Andreas Francesko (Politikwissenschafter)

Workshop: Krise und Angst

Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 16.30 bis 19.30 Uhr

I: Angst als Unternehmensstrategie und wie Angst kommunikativ erzeugt wird

Angst wird zumeist als ein diffuses Gefühl der Besorgnis oder als unlustbetonte Erregung beschrieben. Und wer kennt dieses Gefühl in der heutigen Arbeitswelt nicht. Angst wirkt unter anderem auch disziplinierend. Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder Verschlechterungen in Kauf nehmen zu müssen, sind wir bereit, vieles zu akzeptieren. Angst lähmt auch die Handlungsfähigkeit, man denke nur an das sprichwörtliche Kaninchen, das starr vor Angst auf die Schlange blickt. Für BetriebsrätInnen und Belegschaften ist Angst nicht erst seit dem Ausbruch der Krise ein ständiger Begleiter.

In diesem Workshop wollen wir uns erarbeiten, wie Unternehmen Angst ausnützen oder auch schüren und wie BetriebsrätInnen und Belegschaften, durch Kommunikation darauf reagieren (können). Der Workshop wird stark interaktiv aufgebaut sein, um den Erfahrungsaustausch zu gewährleisten.

II: „Mehr Mut zur Wut“. Kommunikationsstrategien zum Umgang mit Angst

Wut gilt in den meisten Kulturkreisen als etwas Verwerfliches. Doch nicht erst mit dem Auftauchen des Wortes „Wutbürger“ scheint das Gefühl der Wut wieder salonfähig. Wut, das zeigen Untersuchungen, ist neben Angst heute ein ständiger Begleiter in der Arbeitswelt. Doch die negative Deutung von Wut in unseren Gesellschaften führt zu ihrer Unterdrückung.

Wir wollen im zweiten Teil unseres Workshops erkunden, ob Wut, die organisiert und zur Erreichung von Zielen genutzt wird, nicht ein wesentlicher Motor für betriebliche Konflikte sein kann. Es geht darum zu erkunden, ob unter neoliberalen Verhältnissen, Wut ein wichtiger Katalysator für die Durchsetzungen von Verbesserungen in der Arbeitswelt sein kann. Zentrale Fragen werden sein, wie wir Wut im Betrieb oder in unserem näheren Umfeld erleben und wie diese Energie positiv zur Erreichung von Zielen genützt werden kann? Müssen wir weg von einer Kultur der Angst und hin zu einer Kultur der Wut? Und welche kommunikativen Strategien können dabei möglicherweise eingesetzt werden?

Workshopleitung:

Mag. Mario Becksteiner (Politikwissenschafter)
Magª. Julia Hofmann (Soziologin)

October 06 2011

Workshop: “Polit Crash Test” – Arbeit in der Migrationsgesellschaft

Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 15.00 bis 18.00 Uhr

In den Einwanderungsgesellschaften sind Arbeitnehmer_innen (und Betriebsrät_innen) mit spannenden wie spannungsvollen Herausforderungen konfrontiert. Eine der brennendsten Fragen in Zeiten von Standortdebatten und anderen Konkurrenzmechanismen lautet: Wie können solidarische Arbeitskämpfe im Betrieb und darüber hinaus abseits von Neidgemeinschaften ausgetragen werden? Am Beispiel Italiens wird ersichtlich, wie die Gewerkschaften durch starke Beteiligung an den weltweiten Aktionen zum transnationalen Streiktag am 1. März eine neue linke Positionierung suchen und so Anschluss an neue soziale Bewegungen finden. Wie können die Betriebsrät_innen und die Gewerkschaften in Österreich stärker für diese Ideen gewonnen werden?

Ablauf:
- Input über die Geschichte des 1. März und Analyse der globalen Situation rund um Arbeit und Migration;
- Themenspeicher zu Herausforderungen im Betrieb und Verbindung zu sozialen Kämpfen;
- Clustern der Themenfelder;
- Arbeit in Kleingruppen;
- Berichte;
- Plenardiskussion.

Mögliche Themen für Kleingruppen:
- Organisierung
- Legalisierung
- Betriebsversammlungen
- Rassismus allgemein und im Betrieb
- Diskriminierung
- sonstige Aktionen
- Streik
- Arbeitskampf sozialpartnerschaftlich oder konfliktuös
- Umgang mit Grenzen
- Wohnbürgerschaft
- Wahlrecht (anhand Frauenwahlrecht)
- undokumentierte Arbeit

Workshopgestaltung
Andreas Görg und Petja Dimitrova vom Plenum des 1. März Transnationaler Migrant_innenstreik

Wir bitten um Anmeldung zum #sbsmCamp über das Anmeldeformular!

Reposted bykreimlinkkellerabteilsantaprecaria

Social GEDIFO’lution

Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 16:30 – 18:00 Uhr

Im Rahmen des #sbsmCamps lädt das GEDIFO (gesellschaftspolitisches Diskussionsforum) zu einem interaktiven Workshop ein: Auf der Basis jüngster Ereignisse wie z.B. der arabischen Revolution möchten wir das Potential des Web und Social Media für die interne und externe Kommunikation aufzeigen.

Anhand von drei präsentierten Fallbeispielen demonstrieren wir anschaulich wie Betriebsrätinnen Social Media für Ihre Anliegen einsetzen können – Hands On mit anschließender Diskussion und Austausch.

Vortragende:
Martina Partl – cyLEDGE Media
Maximilian Kamenar – gedifo Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Gaurke – gedifo Öffentlichkeitsarbeit
Christina Merl – talkshop.cc
Ulrich Schönbauer – Arbeiterkammer co-Initiator gedifo
Gabriele Zeman – Manpower BRV Stv d. Angestelltenbetriebsrates
Alfred Waidringer – PayLife Bank Stv.BRV
Claudia Jusits – PayLife Bank Betrieibsrätin

Ablauf:
- Einführung
- 3 Impulsreferate a 5 Minuten
- 3 Gruppenarbeiten parallel 40  Minuten
- Feedback und Diskussion 30 Minuten

October 04 2011

Workshop: Facebook als Plattform für den Dialog

Termin: 19.10.2011, Mittag

Politische Inhalte zwischen Katzen- und Babyfotos, zwischen Diskussionen über Sonntagsausflüge und dem neuesten Musikvideo? Ja, das geht: auf Facebook, wo 2,6 Millionen Österreicher_innen ihren Alltag teilen. Eine Facebook-Seite ist schnell erstellt, doch allzuschnell stellt sich auch die Ernüchterung ein, wenn sich die Fans dafür nicht einfach herbeizaubern lassen.

Im Workshop gibt es grundlegende Informationen zur Eigendynamik der Kommunikation auf Facebook und Tipps für den Aufbau einer Dialogplattform rund um Non-Profit-Organisationen oder für gesellschaftspolitische Themen und Kampagnen. Es geht – wie so oft – um Community-Building, die Bereitschaft zur offenen Kommunikation und die Wahl der richtigen Orte für die richtigen Themen. Gerne können im Workshop Facebook-”Fallbeispiele” gemeinsam besprochen werden!

Workshopleiterin:
Andrea Mayer-Edoloeyi, #sbsm-Autorin, Social Media Managerin der Katholischen Aktion OÖ, Bloggerin, Theologin, Feministin und sonst noch so allerlei. Betreut u.a. die Facebook-Seite zum Arbeitsfreien Sonntag.

October 02 2011

Vortrag “Einführung in eCampaigning”

Digitaler Aktivismus ist kein brandneues Phänomen. Die ersten Kampagnenorganisationen und Aktivist/innen haben bereits vor 15 Jahren das Potential des Internets für ihre Arbeit entdeckt. Aus diesen 15 Jahren Online-Aktivismus können wir lernen.

Florian Engel von more ONION wird in seinem Vortrag zu eCampaigning skizzieren, wohin sich NGO-Campaigning hinentwickelt hat und wie digitale Kampagnen heute angegangen werden und funktionieren.

Termin: 19.10.2011, späterer Nachmittag

Der Vortrag wird neben “best practices” im Bereich eCampaigning auch das verbreitetste Modell der digitalen Kampagnenführung beinhalten. Es kam nicht nur bei der Obama-Kampagne zum Einsatz, sondern wird auch täglich von großen NGOs wie Greenpeace International angewendet.

Durch einen kurzen Abstecher in die Kampagnentheorie möchte ich zeigen, dass verschiedene Kampagnenstrategien online umsetzbar sind. Natürlich ist es ein gravierender Unterschied ob ein konkretes Unternehmen oder eine Regierung unter Druck gesetzt werden soll, oder ob das direkte Ziel langfristige Verhaltensänderung einer bestimmten Gesellschaftsgruppe ist. Trotzdem ist beides digital umsetzbar.

Zum Schluss möchte ich die drei wichtigsten Werkzeuge für professionelles eCampaigning vorstellen. Das sind E-Mail Software, Content Management System und Analytics Tool. Für diese 3 Werkzeuge gibt es ebenfalls eine Hand voll Tipps und Tricks, die ich gerne teilen möchte.

Ein paar eCampaigning Beispiele:

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